Was war doch gleich noch mal KI?

Der unscharfe Umgang mit der Abkürzung „KI“ ist irritierend. Handelt es sich dabei nicht in erster Linie um Big Data analysierende Algorithmen? Für die vernetzte Mobilität sind sie unerlässlich. Viele Aufgaben, die Maschinen ausführen sollen, erfordern passende Sets von Berechnungsvorschriften – von einfachen bis komplexen zeit- und energieaufwändigen(Video) wie neuronalen Netzen.

Artwork: yuyun   CC BY-NC-SA

Sie generieren aus Daten die „Augen“ und anderes für die Fahrzeuge. Sie unterstützen Verkehrsregelung, Navigation etc. So weit die Technikebene.
Beim anhaltenden KI-Hype geht es augenscheinlich kaum darum. Vielmehr ringen die philosophische und die Businessebene um die Oberhand. Gespräche drehen sich um „autonom entscheidende KI-Systeme“. Firmen werben mit KI-Cockpit-Apps. Was soll ein KI-Cockpit sein? Anscheinend ein akustisch gesteuertes Anwendungssystem. Und entscheiden KIs wirklich autonom?

Die Kirche dort lassen, wo sie hingehört

Die Neugier ist mal wieder geweckt. Aktuelle Infos müssen her. Gerade erst hat sich z.B. der Google/Alphabet CEO in Davos dazu geäußert. Er plädierte für Regulierung. Für mich stellen sich da Fragen. Was versteht ein Konzern, der u.a. mit Algorithmen Milliarden anhäuft, unter Regulierung? Und zu wessen Vorteil wird sie sein? Parallel fordert die Datenethikkommission in ihrem Gutachten (Pdf) Regulierung ein und das vehement. (Ent)spannend ist, dass sie zwischen KI und algorithmischen Systemen keinen Unterschied macht. Wichtig sei vor allem das Einsatzumfeld.

Schon vor knapp sechs Jahren hatte sich J. Lanier bei Edge dazu Gedanken gemacht. Seine Überlegungen sind weit vom aktuellen Mainstream entfernt. Er fragt sich, ob KI zur modernen Religion mutiert. Und ob User:innen für ihre Daten und anderweitige Mitwirkungen an Algorithmenentwicklung bezahlt werden müssen.
Weitere Facetten dieser komplexen Thematik zeigen seine Komentator:innen auf.