circular.bike : project

Was ist circular.bike?

Die Idee eines nachhaltigen E-Bikes mit open source OS. Im Fokus liegt der komplette Life-Circle des Rades, sowohl im Bereich der Hard- als auch der Software – eben circular.
Die Vision ist eine fahrbare Best Case Study. Entlang des Weges möchte circular.bike die Diskussion um analoge und digitale Nachhaltigkeit im E-Bike-Bereich unterstützen. Aktuell steckt dieses Thema in der Fahrradbranche selbst noch etwas in den Kinderschuhen. Um so wichtiger, den rasant wachsenden Markt so schnell wie möglich auch nachhaltig auf allen Ebenen zu gestalten.

circular.bike, Kollage einer Handzeichnung kombiniert mit einem Foto, das ein Windrad durch eine extrem regennasse Windschutzscheibe zeigt

Hardware – von Batterien und Rahmen

Die Wahl und Verwendung nachhaltiger Materialien ist quasi Pflicht – für Rahmen und Komponenten. Ein Fokus müssen dabei die Batterien sein. Die oft gepriesene „second life“-Option, kommt angesichts der drängenden Klimaprobleme etwas schmalbrüstig daher. Sie führt eher dazu, dass Probleme auf die lange Bank geschoben werden, als sie zu lösen. Wie können langlebige, möglichst leicht recyclingfähige Akkus aussehen? Der Akku muss dafür nicht neu erfunden werden. Es reicht vermutlich die passenden Chemien zu suchen.Es fragt sich zudem, wie viele elektronisch gesteuerte Komponenten her müssen. Last but not least ist natürlich die spannendste Frage: wie und aus welchem Material lässt sich der Rahmen herstellen? 3D-Druck ist bestechend. Die Formfreiheit begeistert. Aber macht die Technologie hier wirklich Sinn? Die Abteilung der nachhaltigen Filamente ist nicht eben auf Produkte, die hohe Belastung aushalten müssen, spezialisiert. Nun gehören Pedelecrahmen, sogar mehr noch als Fahrradrahmen in eben diese Kategorie.

circular.bike – das suffiziente C2C-Bike

Dann ist da natürlich die Frage zu klären, was mit den Materialien nach der Nutzungsphase passiert. Und natürlich: wo sie sich intelligent einsparen lassen? Auch die Material- und Projektdokumentation ist crusial. Nur so ist letztlich alles für viele  leicht nachvollziehbar.
Mit anderen Worten, die Umsetzung sollte sich konsequent am Prinzip von C2C entlanghangeln. Am besten kombiniert mit Suffizienzstrategien (PDF). Inzwischen sind ja glücklicherweise Beispiele vorhanden, wie andere komplexe Produkte die Ziele der Nachhaltigkeit umsetzen, z.B.das Fairphone. Auch daran lässt sich orientieren.

Butter bei die Fische

Konkret: jede Entwicklungsphase wird experimentell angegangen, um auf Schritt und Tritt Nachhaltigkeit hinterfragen zu können.
Ist z.B. die Entwurfsentwicklung auf Papier oder per Tablett umweltschonender? Muss jede Kleinigkeit 3D-gedruckt werden, „nur“ um mal zu gucken, wie es aussehen könnte? Oder ist es sogar gut, viel zu drucken? Denn so ist das Fahrzeug schon in einem sehr frühen Stadium leicht verständlich einer Interessent:innengruppe präsentierbar. Nebenher fördert diese Strategie die Akzeptanz des Fahrzeugs. Oder doch nicht? Doch lieber im stillen Kämmerlein entwickeln? Denn schon der Ford Edsel ist ein Beispiel missglückter Einbeziehung der Enduser:innen in den Entwicklungsprozess.

circular.bike: Kollage: ein Foto zeigt ein Windrad durch eine extrem regennasse Windschutzscheibe kombiniert mit einer Handzeichung eines Pedelecs, transluzent____source: form:f - critical :design : art, YuYunFragen über Fragen…einige der Antworten finden sicherlich ihren Weg in Posts.

Software – EnergyBUS & openBikeOS

Ein anderer wichtiger Baustein ist die Software. Aufbauend auf den EnergyBus lässt sich ein openBikeOS codieren. Die Software-Robustheit ist hier wichtig. Aber was ist robuste Software? So wenig Code wie nötig – so gut wie möglich an die Hardware angepasst. Das senkt deren Belastung und erhöht ihre Lebensdauer. Das UBA forscht zu dem Themenkomplex. Es ist dabei, eine Zertifizierung zu entwickeln. Mehr Details zu dem Thema im Post „CAN oder kann nicht“. Unter anderem befasst er sich damit, dass es nicht nur vom Machen selbst abhängt, eine Software das Licht der Mobilitätswelt erblicken zu lassen. Vielmehr können ihr Marktinteressen rigide den Weg versperren.

Nachhaltiger Umgang mit Daten – was ist das?

Neben der Software haben auch Datenmenge, die Frequenz und Länge der Datenwege, ja sogar der Speicherort, Einfluss auf die Nachhaltigkeit des digitalen Projektteils. Daten fünfmal aus Werbe- und Analysegründen rund um die Welt schicken? Das ist wenig umweltschonend. Im Gegenteil, der Stromverbrauch wächst und wächst. Welche  Datenmenge ist also angemessen? Und welche notwendig? Wie können umweltschonende Datenwege aussehen? Kurz, kontinuierlich oder stoßweise? Auch die Andockung der Software an ihr Umfeld ist zu beleuchten. Ist es wirklich wichtig, alles zweimal in der Stunde zu synchronisieren? Oder reicht einmal am Tag? welche AddOns und PlugIn sind zielführend? Welche sollten per Default immer da sein? Welche sind lediglich nettes Gadget?

Server dienen

Nicht zu vergessen ist die Nachhaltigkeit der Server, die die Daten verwalten. Sicher, die Geräte sind selbst inzwischen sehr effizient und halbwegs robust. Aber ihre Standorte? Welche sind wirklich nachhaltig? Macht es wirklich Sinn riesige Serverfarmen in Bergwerken unterzubringen und ihr erwärmtes Kühlwasser in die ohnehin schon angegriffene Nordsee zu leiten? Soll das umweltschonend sein? Gibt es Möglichkeiten, auch hier auf eine Verbesserung der Nachhaltigkeit hinzuwirken? Diese Peripherie hat eigentlich nur indirekt mit dem Fahrzeug selbst zu tun. Trotzdem: Wie wäre es, zu überlegen alles auf kleinen lokalen Servern dezentral zu lagern? Die Sicherheit der Daten ließe sich damit vermutlich erhöhen ohne immense Firewalls etc.. circular.bike: Kollage: ein Foto zeigt ein Windrad durch eine extrem regennasse Windschutzscheibe kombiniert mit einer Handzeichung eines roten Pedelecs_____source: form:f - critical :design : art, YuYun

circular.bike – Die soziale Frage

Ein ganz anderes Themengebiet ist die Frage: wie kann es vielen Menschen ermöglicht werden, sich nachhaltig zu bewegen? Kann ein Projekt wie circular.bike soziale Gerechtigkeit stärken? Oder schwächt es sie, weil wieder eines von diesen spannenden hochpreisigen E-Bikes dabei rauskommt. Immerhin sind nachhaltige Materialien oft kostenaufwendig. Und jetzt? Ist Sharing sinnvoll? Oder führt das nur dazu, dass die Räder schlechter als private behandelt werden? Wie wäre es so etwas wie ein Genossenschaftsmodell zu entwickeln? Mit Radkauf werden Interessierte gleich Mitglied in einer Genossenschaft. Die sorgt dann dafür, dass das Fahrzeug immer upgedated und gewartet bleibt. Außerdem lässt sich ganz easy untereinander sharen.

Be circular

Nichts verschwenden, alles im Kreishalt halten. In Zeiten der Klimakrise ein Must. circular.bike will ein Zeichen setzen. Das Zeichen, dass auch die Mobilität ihre Hausaufgaben macht und ihren Teil zur CO²-Reduktion beiträgt. Anfangs erst mal mit viel viel Theorie und Recherche: Let’s cr8!