Novemberhilfe = eGovernance + Finanzdatenvernetzung

Die Vergabe der ersten Coronahilfen für Solo-Selbstständige war ein Wunder in der deutschen Bürokratie – unglaublich und anscheinend unwiederholbar – so unbürokratisch und so simpel. Damit ist jetzt Schluss. Bei der Novemberhilfe holt der Bund alles nach, was er bei der ersten Hilfe  – gefühlt –  vergeigt hat.
Bevor das BMF den Antrag auf Elster freigeschaltet, passieren zwei Dinge:

  1. Ein Elster-Zugang: alle, die den bisher versemmelt hatten oder nicht wollten, bekommen ihn jetzt hinterher geschmissen (oder über geholfen).
  2. Einrichtung von eGovernance-Diensten: Sie huschen quasi durch die Hintertür ins Home Office – klar einem geschenkten Gaul schaut frau/man ja nicht ins Maul.
    Selbst wenn Elster vorhanden ist, eGovernance-Dienste sind zwingender Zusatz bei der Novemberhilfe. Selbstverständlich ganz unkompliziert freigeschaltet via BMF. Coronamäßig extrem simpel und einfach so. Frau/man sendet sämtliche wichtigen Daten zum Ministerium inkl. Steuer ID etc. Und hurra – sie/er bekommt ganz, ganz unkompliziert Zugang. Das Ziel lacht. Da ist er, der wunderbare lang diskutierte Antrag:Novemberhilfe = eGovernance: Antrag auf novemberhilfe 2020

 

Interessant ist die lange Zustimmungsabteilung. Endlich schafft der Bund Steuerbetrug ab – Gratulation.
Falls nicht:  Die Einreichenden geben zumindest ihre weitreichende Zustimmung zur Vernetzung verschiedener Behörden und Institutionen. Kein Wort, ob die Freigaben antragsbezogen sind oder nicht. Kein Wort, welche Hilfen genau wie gegen andere gerechnet werden…
Aber prima Idee: Der Bund hat von den ewigen AGB-Änderungen der BIG5 gelernt. Er jubelt einfach seiner Zielgruppe (hier: Solo-Selbstständige und KMU) seine digitalen Bedingungen unter.

Falls sich die Betrügereien nicht aufklären, weiß der Staat hinterher wenigstens prima über seine Steuerzahler*innen Bescheid. Das kann er sich tatsächlich schon mal 5.000€ oder mehr kosten lassen.

eGovernance-Finanzdienste ließen sich auch anders einführen…vielleicht.