Home sweet home – Postserie

Wissenswertes vom Aufbau eines Open-Source-Netzes mit verschiedenen Geräten
& Berliner Wohnverhältnisse in Zeiten von Immobilienriesen

Im Juni letzten Jahres hatte ich die Idee, den Umbau meiner Studio-IT in Richtung Open Source mit Posts zu begleiten. Visuell sollten Berliner „Wohn“-Verhältnisse mit dem Geschriebenen interagieren – es kontrastieren, unterstützen oder hinterfragen. Die Bildserien-Idee war eine Reaktion auf die unsozialen ausgrenzenden Entwicklungen des Berliner Immobilienmarktes.
Die Verknüpfung von beiden Themen, war und ist meines Erachtens nach spannend. Denn es ist frappierend, wie konträr sich die reale und die virtuelle Welt entwickeln. Während Speicherplatz in rauhen Mengen spottbillig zu haben ist, verteuert sich realer Wohnraum dermaßen, dass massive Verdrängung inzwischen zum Daily-Business gehört.

Real World heads Closed Source

IT-Konzerne öffnen sich Open Source. Sie verstehen: Quelloffene Entwicklungen sind wichtig. Die lassen sich einfach nicht unterdrücken. Ohne sie kann sich die digitale Welt nicht breitflächig vernetzen. Und Big Tech war gezwungen zu verstehen: ohne Open Source, kein Big Business. Nun sucht es Wege, mit der Open Source Community umzugehen.

Die reale Welt bewegt sich zeitgleich im rasanten Tempo Richtung Closed Source: Autokraten, Diktatoren und wachsende rechte Strömungen verkünden immer hörbarer und schriller: My Place first! Close all borders! Refugees not welcome!

Wie kommt es zu diesen konträren Entwicklungen im virtuellen und realen Raum? Beeinflussen sie sich gegenseitig? Oder bedingt das eine gar das andere?

Closed Source: Big Tech macht’s möglich

Meines Erachtens nach ist Open Source nicht nur im Virtuellen quasi Pflicht. Auch im realen Raum brauchen alle „Quellen“ für menschenwürdigen Wohn- und Lebensraum. Niemand darf zurückgelassen werden.
Die Situation rund um das Silicone Valley und Seattle veranschaulicht, wie das Leben aussieht, wenn immer weniger Big Tech-Beschäftigte immer mehr haben. Wie viele auf der Straße leben müssen und trotzdem nichts übrig bleibt; wie schnell immer mehr Menschen aus dem Nest fliegen. Die GAFA-Community verspricht soziale Gerechtigkeit und gutes Leben für alle durch Digitalisierung. Umgesetzt werden dagegen soziale Medien, digitale Makelplattformen u.a., ohne Verantwortung für die Konsequenzen zu übernehmen.

Vermutlich zeigt sich in der z.T. verheerenden Wohnraumsituation in Berlin zur Zeit eher die verfehlte Immobilienpolitik der letzten Jahre als die Auswirkungen der Big Tech-Strategien. Nichts desto trotz, auch hier wächst der soziale Druck durch Digitalisierung – Zeit etwas dagegen zu tun.

Wohnzelte als neue urbane Normalität?

Auf in die Post-Serie: „Home sweet home“

Damit wären wir dann wieder zurück bei der IT-Umstellung. Nachdem ich länger desillusioniert war und unklar war, was eigentlich für den Blog interessant sein könnte, kam doch noch die rettende Idee um die Ecke:
Quasi immer tritt bei Open Source das gleiche Phänomen auf. Nichts läuft so glatt, wie es die Online-Anleitungen verkünden. Von denen gibt es meist gleich ein ganzes Meer. Geht’s um die Fehler, sitzt frau/man dagegen schnell mal auf dem Trockenen.
Falls ihr da draußen auch so eure Haareraufereien mit der Installation der Anwendungen habt, und trotzdem nicht klein beigeben wollt, dann seid ihr hier genau richtig. Hier gibt’s Help-Links, Hintergrundinfos und Tipps. Alles, das beim Weg in die Open Source-Welt geholfen hat. Alles, das hilft, ein „Open Source“-Netz bestehend aus diversen Geräten – Desktop-Rechner, Tablet, Server, Drucker, Smartphone – und einer Nextcloud an den Start zu bringen. Ein paar Links zu generellen Anleitungen fehlen oft auch nicht.

Viel Spaß beim Schmökern und falls es Fragen gibt oder andere Wege gefunden wurden: immer her damit.

Artsworks: yuyun // Lizenz: CC BY-NC-SA
Text, Lizenz: CC BY-SA