1.Offenes Gespräch im Bauhaus Dessau – runder Tisch zu Rechtsextremismus

Schon wieder Bauhaus: Das Thema beschäftigt mich. Immerhin geht es um das große Ideenerbe, um dessen Relevanz und seine Weiterentwicklung und natürlich um künstlerische Freiheit. Die Teilnahme am Offenen Gespräch war daher Pflicht. Gestern fand es statt. Dank der Fishbowl-Methode kamen unterschiedlichste Teilnehmer*innen zu Wort – auf Augenhöhe. In einem waren sich die Diskutant*innen und das Publikum einig: es war mutig von Perren sich der Debatte zu stellen. Ebenso einig waren sich alle: Die Konzertabsage war wirklich ein Fehler. Perren trat vor allem als Wahrerin des UNESCO-Welterbes auf. Sie schien sich in ihrer Entscheidung von der Politik allein gelassen zu fühlen. Ein Umschwenken hielt sie für indiskutabel, denn das würde das Problem mit den Rechten nicht beheben. Vermutlich hat sie recht. So einfach ist es nicht. Beklagt wurde außerdem, dass das Bauhaus (mal wieder) wenig verankert in der Stadt ist. Das stellte sich im Laufe der Debatte heraus. Auch mit der FH Anhalt gäbe es  kaum Berührungspunkte. Das erzählte jedenfalls ein Student. Schüler*innen kennen es kaum: “Das Bauhaus sei halt ein Museum”. Flyer zu Veranstaltungen der Institution gibt es quasi nie. Bauhausmitarbeiter*innen versuchten dem Eindruck entgegen zu wirken.

Haltungen und Unterstützungsangebote

Conny Lübbemann vom Stiftungsrat stellte sich noch einmal gegen Perren. Bei mir tauchte daraufhin die Frage auf: Warum haben die Grünen Perren nicht offensiv bei einer wichtigen Stadtratssitzung unterstützt – die, bei der sich die AfD wegen des Konzerts aufregte? Während des Gesprächs bekam die Stiftung Unterstützungsangebote von mehreren Seiten. Bleibt zu hoffen, dass die beim nächsten Problem greifen.

Welch Guerra und der Bauhaus Verbund

Auch Prof. Welch Guerra bekräftigte seine Ablehnung. Auf meine Frage hin, ob nicht der Bauhaus Verbund gemeinsam etwas tun könne, erklärte er: Das ginge leider nicht. Der Verbund sei eine diffizile Konstruktion. Man sei an Institutionen gebunden. So einfach sei das alles nicht.

Das Bauhaus-Archiv gründet runden Tisch zum Thema Rechtsextremismus

Dr. Bärnreuther vom Bauhaus-Archiv hatte deutlich positivere Infos zum Gespräch beizutragen. Das Bauhaus habe das Problem erkannt. Ein runder Tisch zum Thema Rechtsextremismus sei daher in Berlin in der Gründungsphase – mit Beteiligung der Zivilgesellschaft. Das ist doch mal `ne gute Nachricht.

FSF-Konzert

Falls sich noch Karten für das FSF-Konzert auftreiben lassen: Ich hätt gern zwei. Dann könnte ich beide Seiten und Haltungen live erleben :).