facebook und die (ohn)mächtigen Algorithmen

Ja, warum kennen facebooks Algorithmen User so gut? Für mich stellt sich eher die Frage: kennen sie sie wirklich so gut? Oder möchte Facebook nur, dass die User das Gefühl haben, bis in ihren letzten Winkel erkannt zu sein.Facebook und die (ohn)mächtigen Algorithmen: the imgage shows 3 advertising pillars with posters of a social media campain, copyright photos + artwork by form:f

Inszeniert facebook vielleicht aktuell den totalen Überblick? In der Hoffnung, dass seine User aus einer Art Resignation noch mehr Daten “gratis” preisgeben und deswegen totale Überblick irgendwann leider real da ist? Auf den ersten Blick sieht die Marktmacht von Herrn Zuckerberg und seinem facebook wirklich erdrückend aus. Addiert frau/man noch Amazon, Google, Uber, Air BnB etc. dazu, kann schon mal wirklich Unbehagen aufkommen oder sogar ein Gefühl von völliger Ohnmacht. Ein Gefühl ist allerdings ein Gefühl – und es kann vorbeigehen. Der Verstand schaltet sich nach der ersten Attacke wieder dazu, kann hinterfragen und Informationen und damit Wissen sammeln – schließlich haben wir den Kopf zum Denken zwischen den Schultern. Plötzlich sieht alles nicht mehr so aussichtslos aus.

Berechnung des Durchschnitts: Big Data

In seinem beeindruckenden Buch “Schnelles Denken, Langsames Denken” bedauerte Daniel Kahnemann, dass quantitative Studien eigentlich gar keine sind. Die Datengrundlage war zur Zeit, als er die Studien machte, zu dünn. Wirklich fundierte Aussagen ließen sich seriös gar nicht treffen. Das fängt aktuell an, anders auszusehen  – dank Big Data. Was wäre so schlimm daran, wenn wir mal das durchschnittliche Verhalten von uns Menschen kennen würden? Oder was wäre, wenn wir feststellen würden: es gibt gar keinen Durchschnitt? Sorgfältig analysierte Daten zeigen, dass ein Durchschnitt nur innerhalb vordefinierten Rahmenbedingungen ein Durchschnitt ist. Bei  fairer Betrachtung sollte das Framing aber eigentlich immer mitkommuniziert werden. Vielleicht würde durch Big Data festgestellt: es gibt keinen Durchschnitt zwischen bspw. der Flora von Indien und dem Nordpol. Deren Schnittmenge ist nämlich verdammt klein. Das alles könnte Big Data auch sichtbar machen. Und wenn der Verstand eingeschaltet ist, lassen sich sogar vernünftige Ideen entwickeln, wie mit dieser Feststellung umzugehen ist. Die haben Algorithmen leider nicht parat. Das ist nämlich nicht ihr “Job”.

facebook + Genderfragen – facebook + Hatespeech

Mit ihrer Kampagne positioniert sich die Socialmedia-Plattform quasi nebenher sogar zu Genderfragen und das beeindruckend traditionell. Warum die Antwort bezüglich Hass- und Gewaltposts nicht direkt auf den Plakaten steht, bleibt ein Rätsel. Es wäre userfreundlich auch auf Printmedien, Antworten zu geben, würde aber vielleicht Marketingstrategie des Unternehmens zuwiderlaufen. Immerhin: der Großkonzern lässt missliebige Posts schon seit langem durch philipinische Content-Manager*innen entsorgen – ebenso wie “Nippel”. Da das öfter in posttraumatischen Belastungsstörungen endete, werden die inzwischen von Algorithmen unterstützt – zum Glück.